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Wirbelsäulen–Streckgerät „Kassel IV“.

 

Das WSG „Kassel IV“ ist eine Weiterentwicklung von „Kassel I“ aus dem Jahre 1971.

 

Beschreibung:

Zwischen einer doppelten Stahlrohrschwinge wird eine Auflagefläche angebracht, auf der der Patient in Bauchlage liegt (glattes Blech mit leichter Polsterung im Brustbereich) .

Zum Ausgleich unterschiedlicher Körpergrößen dient ein verschiebbarer Quersteg. Die Halswirbelsäule kann zusätzlich mittels einer einfachen glisson-Schlinge mit angehängtem Gewicht gestreckt werden

(der Seilzug verläuft frei über den vorderen Quersteg). Der Auf- und Abstieg vom Gerät erfolgt über einen – externen – Stahlrohrbock.

 

Funktion:

Der Patient liegt in Bauchlage und ergreift die vorderen, freien Rohrenden. Der Kopf pendelt frei. Durch die feste Brustauflage wird der elastische Brustkorb gespannt.

Die Rippen wirken auf die Brustwirbel mit einem Zug nach schräg-oben. Allein durch diesen Zug kann sich eine Wirbelblockade mobilisieren.

Die Hauptwirkung liegt jedoch im Gewicht der herabhängenden Beine und in deren Bewegung. Diese Bewegung besteht in einem kräftigen Schlenkern, mal gegenläufig, mal gleichsinnig.

Beim gleichsinnigen Schlenkern kommt das Gerät in Schwingungen und verstärkt die Streckung. Der Patient verspürt die Dehnung im Kreuzdarmbein-Gelenk und Symphyse, sowie in der Rückenmuskulatur bis in die Schultern.

Dauer einer Sitzung ca 10 Minuten. Häufigkeit : täglich 1-2 mal ; ansonsten nach Bedarf.

 

Kontraindikationen:

 nur bei Einsatz einer glisson-Schlinge wegen der Druckzunahme im Kopf.

 

                                                                       *

 

„Ein Individuum ist so gesund, wie dessen Wirbelsäule funktionsfähig war – und noch ist !“

 

 

 

 

 

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                                               Wirbelsäulen-Mobilisator                                                                                                               24.11.98

 

                                                               Typ Kassel III

 

 

 

 

Idee / Entwurf:          Dr. med. F.C. Hundhausen

Konstruktion:           Prof. Dipl. Ing. J. Dietrich - Gesamthochschule Kassel

Bau Prototypen:       Fachschule für Technik  -  Kassel

 

(Der Prototyp wurde leider nicht fotografiert).

 

 

 

Beschreibung

 

a)  Aufbau:

 

Das Rollenbett besteht aus Polyamid-Stäben (500x30 mm). Rollenabstand 48 mm. Auf die Rollenwerden Schläuche mit einem weichen Kunstleder gezogen.

Die Füße treten gegen ein, in der Längsrichtung verstellbares, abnehmbares Brett. Da die Ständer der Liege am Kopfende 100 mm höher als am Fußende sind,

gelingt das Anziehen der Beine problemlos. Die Ständer des Rollenbettes sind anklappbar. Zur maximalen Entlastung / Dehnung der Halswirbelsäule kann

zusätzlich eine Glisson-Schlinge benutzt werden, deren Gegengewicht an einem Seilzug einfach über das Ende der Liege geleitet wird.

Die auf der Skizze eingezeichneten  Armstützen und Beinschlaufen sind überflüssig.

Auch am Fußende der Liege benötigt man weniger Rollen (etwa in Beckenhöhe bei maximal angezogenen Beinen).

 

Entscheidend ist, dass das Kopfende ca 100 mm höher gegenüber dem Fußende steht.

 

 

b) Funktion:

 

Der Patient liegt auf dem Rücken. Durch langsames Beugen und Strecken der Beine wird der Körper über den Rollen hin und her geschoben.

Wenn erforderlich, kann man auch für die Lendenwirbelsäule und Kreuzbein (durch leichtes Anheben des Oberkörpers) oder die obere Brustwirbelsäule

(durch leichtes Anheben des Beckens) einen stärkeren Auflagedruck für den jeweiligen Bereich erzielen.

Der Rollenabstand bzw. der Rollendurchmesser ist so bemessen, dass sich jeweils ein Wirbel mit seinem Dornfortsatz - labil - zwischen den Rollen befindet,

 während die Dornfortsätze des oberen und unteren Nachbarwirbels annähernd auf dem Scheitelpunkt ihrer Rollen fixiert werden.

Da dieser Vorgang als Bewegungsfunktion abläuft, werden die Brust- und Lendenwirbelsäule sowie die Kreuzbeingelenke „gewalkt“.

Dadurch werden die dorsal liegenden kleinen Wirbelgelenke immer wieder zum Klaffen gebracht, so dass ein blockierter Wirbel die Möglichkeit bekommt,

in seine Normalstellung zurückzukehren und damit wieder funktionstüchtig zu werden.

Gleichzeitig werden - über den Hebel Dornfortsatz - die Wirbelkörper selbst im Sinne von - minimalem - abwechselnden ventralen und dorsalen Klaffen in Bewegung gesetzt.

Hierdurch kommt es zusätzlich zu einer Entlastung ( Durchsaftung ) der Zwischenwirbelscheiben (ZWS).

 

A

Maße:

Länge:           1400 mm  + Fußteil : ca 500 mm ; gesamt : 1900 mm.

Breite:            innen 510 ; außen : ca 550 mm (jeweils nach Werkstoff).

Höhe:            vorne)  510  mm;610  hinten.

Gewicht:        unterschiedlich nach verwendetem Werkstoff.

 

 

 

Kontraindikationen:

                                              

absolute :

Osteoporose der Wirbelkörper  (Grenzwert bei ca 40 %);

Osteochondritis deformans vertebralis juvenilis (Morb. Scheuermann);

Alle destruierenden Wirbelveränderungen, wie z. B. Carcinom-Metastasen; Tuberkulome der Wirbelkörper etc.

 

relative:

Nucleus pulposus-Prolaps :

hier ist die Lage und die Masse des Prolapses ausschlaggebend. Beim frischen wie auch älteren Prolaps sollte ein  Therapie-Versuch unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Bei einer Protrusion kann dagegen immer ein Therapie-Versuch - unter ärztlicher Aufsicht - unternommen werden.

Osteochondrose, Spondylarthrose, Ankylosen/Blockbildungen oder verheilte Wirbelfrakturen stellen keine Kontraindikation dar. Wenn hierbei vermehrte Beschwerden auftreten,

wird die Behandlung abgebrochen. Andererseits werden oft Anfangsbeschwerden bei älteren Patienten nach einigen Behandlungen rückläufig, wenn sich die Statik noch umstellen kann.

 

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Merke :

„Der Mensch ist so gesund - wie seine Wirbelsäule funktionstüchtig  war und noch ist!“

(F .C. Hundhausen : „Die neue Krankheitstheorie“ ,  1997 / 2003 (BOOK on Demand –Verlag, Norderstedt).

           

                                                                      

 

 

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Dr. med. F.C. Hundhausen  

Kassel, 10. Nov. 2006