J im
August; 2007
F.C. Hundhausen
Das „Sekundenphänomen“
Als Chirotherapeut sehen wir jeden
Tag „Sekunden-Phänomene“. Nach E.Adler sind das die „Neurogenen“, die
„Mechanischen“. Eine Wirbelblockierung wird mobilisiert und im gleichen Moment
ist der Patient beschwerdefrei.
Wie behandeln Sie aber z.B. eine
akute Polyarthrose ? Sie wird nach derzeit geltender Lehre symptomatisch mit Cortison + Diclofenac und, wenn chronisch
geworden, mit einer Goldkur o.ä.zugedeckt. Sollte das wirklich unsere ganze ärztliche
Kunst sein ?
Aus dieser Verlegenheit kann uns die
Neuraltherapie helfen. Diese sucht den Auslöser der Krankheit – den stummen Störpol . Durch die Injektion eines Lokalanaestheticums an den
Störpol wird das Krankheitsbild In sekundenschnelle ausgelöscht. Damit war für
die Medizin ein weiterer Baustein gefunden.
Wir gehen einmal davon aus, dass Sie
noch nie ein so genanntes Sekundenphänomen von einem stummen Störpol erlebt haben.
Immer wieder erlebt man von Kollegen/innen bei dieser Frage nur verneinendes Kopfschütteln.
Bei unseren jüngeren Kollegen scheint dieser Begriff überhaupt nicht mehr zu
existieren. Dabei wurde das Sekundenphänomen von Ferdinand Huneke
in den 40/50 ger Jahren mit geradezu missionarischem Eifer postuliert. Immerhin
bedeutet dieses Phänomen jeweils eine echte Heilung –
Sie können das auch ! - Versuchen wir es doch einmal !
Vorweg eine Kurzbeschreibung :
Das Sekundenphänomen gehört zur
Neuraltherapie. Diese beschreibt ein blandes, stummes Störfeld (Störpol) das in irgendeiner Körperregion ein
Krankheitsbild entwickelt. Dieses pathologische
Geschehen kann nur durch Auslöschen des verursachenden Störpoles beseitigt
werden. Das Löschen des Störpoles
geschieht mittels eines Lokalanaestheticums (Injektion / Instillation). Das Krankheitsbild
sistiert schlagartig noch unter der Injektion, daher Sekundenphänomen genannt.
Störfelder finden sich grundsätzlich im Bereich des mesodermalen Keimblattes,
also in der Submucosa oder Subcutis (Kiefer; Narben; im Parametrium; den Tonsillen;
besonders in den Nasennebenhöhlen).
Für den Arzt liegt die Schwierigkeit
im Auffinden des tatsächlichen Störpoles. Hier hat uns die Ohrakupunktur einen
Weg gewiesen : auf der Ohrmuschel
finden wir die Reflexzonen des Organismus somatotopisch sehr genau wiedergegeben.
Die Störpole liegen grundsätzlich auf der
mesodermalen Scapha. Mit einem Akupunktur-Detektor machen wir uns auf
der Scapha der Ohrmuschel die Störfelder sichtbar*. Aus der somatotopischen Lage des Störpunktes übertragen wir
diesen auf den Körper und setzen hier die Injektion an den tatsächlichen
Störpol. Das Krankheitsbild – wie immer es aussehen mag - verschwindet
innerhalb einer Sekunde; bei Narben in 20 bis 30 Minuten.
Aus vierzig jähriger Erfahrung
sollen in Folgendem als Einstieg drei Diagnosen, bei denen sich mit
ausreichender Sicherheit ein Sekundenphänomen erzielen lässt, beschrieben werden:
1. Diagnose : Morbus Scheuermann und Morb. Osgood/Schlatter (!)
(offiziell genetisch angelegt).Therapie
: eine Procain/Lidocain–Injektion an die Gaumentonsillen
peritonsillär und submukös (1-2%ig ;
0,5 bis 1 ml pro Seite). Der Schmerz
verschwindet sofort.
Lymphsystem? Beim M.Scheuermann
zeigt das Röntgenbild der Wirbelsäule nach 3 - 4 Monaten wieder normale
Strukturen. Bei der Apophysitis tibiae bilden sich die Verdickungen in
der Knieregion jedoch nicht
vollständig zurück.
2. Diagnose : Erythema nodosum :
(Lymphsystem?)
Therapie : wie unter 1.
Injektion an Tonsillae palatinae. Sofortige Schmerzbefreiung. Die Knoten
heilen innerhalb weniger Tage ab.
3.
Diagnose : reaktive agitierte
oder gehemmte Depression sowie die
manische Form : Dieses in der täglichen Praxis häufig vorkommende, medikamentös
schwer einstellbare, zeitraubende Krankheitsbild ist geradezu eine Domäne
des Huneke-Phänomens
– wenn man daran denkt !
Als Auslöser dieser „Zwischenhirn-Funktionsstörung“ (Thalamus/limbisches
System) fanden wir außchließlich Narben. (wenn man das Integument als Display
des Zwischenhirns betrachtet, käme die Subcutis als Leitbahn ins Spiel).
Diagnostik:: auf der Scapha der
Ohrmuschel suchen wir mit dem Detektor die Lage der auslösende Narbe. Der
gefundene Punkt zeigt uns, segmentgerecht auf den Körper übertragen die
Störpol-Narbe (bei Frauen denke man an die - nahezu immer verunreinigte - Episiotomie-/
Dammrissnarbe !).
Wiederum mit dem Detektor suchen wir auf der
Narbe den deutlichsten Störpunkt. Hier wird tief
injiziert - mindestens 2 ml Procain/Lidocain 2%ig (subcutan reicht oftmals nicht !) .
Wenn Sie den richtigen Punkt getroffen haben
ist die Depressionsphase
in einer halben Stunde vorbei. Huneke-Spätphänomen. (Im Falle eines
späteren Rezidiv´s wird der gleiche Punkt wieder injiziert - mit gleichem Ergebnis).
Einmütiger Tenor aller Patienten : „was war das für eine Spritze ? Auf
dem Heimweg fiel plötzlich alles von
mir ab und ich fühlte mich ganz leicht –wie verjüngt !“
Und Sie haben mit Ihrem ersten gelungenen Sekundenphänomen eine
Sternstunde im grauen Praxisalltag !
* Eine weitere Diagnostk-Möglichkeit stellt die Pulsdiagnostik nach Nougier (RAC) mit einer 9-Volt-Batterie
dar. (siehe bei www. Auriculo-Medizin.de )
siehe auch :
www. „Das Störfeld – Renaissance der Störfeld-Theorie.de
F.C.Hundhausen; „Die neue Krankheitstheorie“;
Books on
Demand-Verlag; Norderstedt: Taschenbuch.(€ 13.-)
Anschrift des Verfassers:
Dr. F.C. Hundhausen Fax : 0561-6028931 - Im Weidengarten 7 mail
: mac@drhundhausen.de
D- 34 130 Kassel
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