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Aus der Praxis – für die Praxis                                     Kassel im März 2008

 

F.C.Hundhausen

 

Renaissance der Störfeld –Theorie          

 

Ziel :   Wiederbelebung der Störfeld-Theorie für die Allgemein-Medizin.

Postulat : die meisten chronischen  - und viele andere – Erkrankungen werden überwiegend durch einen Störpol  (= Störfeld / Fokus) ausgelöst. Diese häufigen Krankheitsbilder können nur durch Löschen des verursachenden Störpoles geheilt werden. Das Auffinden eines solchen Störpoles soll hier beschrieben werden.

Was ist ein Störpol ?

 B. Strittmatter : „Der Störpol ist eine Noxe, die den Organismus an der funktionellen Ausregulierung von Irritationen hindert.“

Störfelder / Störpole liegen immer im Bereich fes Mesoderms (mittlers Keimblatt).

Wir kennen „mechanische“ („neurogene“ n. E. Adler) und „bland-entzündliche“ Störpole.

Zu den Mechanischen zählen wir die Wirbel- und Gelenkblockierungen sowie Hautnarben.

Die Bland-entzündlichen finden wir in der mesodermalen Submucosa der Tonsillen, des Kiefers, des Parametriums, überwiegend jedoch in den Nasennebenhöhlen (NNH).

Störpole sind stumm. Deswegen werden sie auch immer wieder übersehen Hier hat uns die Auriculo-Medizin einen entscheidenden Schritt weiter gebracht :

Auf der mesodermalen Scapha der Ohrmuschel zeigen Störpole als Punkte an.

Segmententsprechend werden diese somatotopisch gefundenen Punkte auf den echten, aktiven Störpol am Körper  übertragen und hier mit einem Lokalanaestheticums (LA) injiziert / infiltriert.

Wird der Hauptstörpol getroffen sehen wir ein Sekundenphänomen (F.Huneke)  - das Krankheitsbild ist plötzlich verschwunden – geheilt !  Bei Narben (z. B. bei den völlig in Vergessenheit geratenen Depressionen, die nur auf Narben ansprechen), setzt die

 Wirkung nach 20 – 30 Minuten ein (Huneke-Spätphänomen).

 

Das hört sich alles sehr einfach an; aber das Herausfinden des „Hauptstörpunktes“ am Ohr ist noch etwas problematisch.

Hierzu stehen uns zwei Möglichkeiten zur Verfügung :

Die Störpolsuche mittels des Nougier´´schen RAC-Reflexes unter Einbeziehung der Störfeld-Hinweispunkte (nach Bahr). Nachteil : man benötigt meist mehrere Sitzungen um alle Störfelder zu löschen. Ferner ist das Erlernen der Pulstastung des RAC sehr zeitaufwendig.- letztendlich auch sehr subjektiv.

  Für die Differenzierung des Hauptstörpoles empfehlen wir die Suche mit einem Akupunktur-Detektor. Um die Empfindlichkeit des Gerätes bezüglich der Punktanzahl  zu reduzieren, ist es ratsam,, die Spreizung des Potentiometers zu vergrößern (Widerstand)..

 

Diese Detektor-Methode soll in der Folge beschrieben werden.

In der Ohrakupunktur wird vorweg eine Erdung des Patienten verlangt um eine Oszillation zu beseitigen. Wenn das nicht möglich ist, kann man ersatzweise den  MGO – Punkt vor dem Ohrläppchen mit einer Akupunktur-Nadel stechen. 

Mit dem Detektors suchen wir jetzt am Ohr die Entsprechungspunkte für die NNH, die Region des Ober- und Unterkiefers und den Tonsillen-Punkt auf  (siehe Ohr- Skizze unten).

Finden wir hier einen Punkt, wird das Potentiometer soweit zurückgedreht, dass der Signalton gerade noch hörbar, bzw  die Leuchtanzeige am unteren Rand des „grünen“ Bereiches steht.

Als nächstes - Reihenfolge einhalten ! - wird die somatotopische Wirbelsäule bis zum Sacrum unter der Helixfalte auf dem Innen- und Aussenrandrand der Concha untersucht. Finden wir einen Punkt wird das Potentiometer weiter , wie oben, zurückgedreht. Neben einer Neuralgie/ Tendopathie (Fall für Chirotherapie) kann es sich hier aber auch um die Reaktionszone eines Organs handeln. Man sucht dieses in der entodermalen Concha und zusätzlich den Störpunkt auf der Scapha. In diese drei Punkte kann man Nadeln setzen. Wenn keine Bescherdefreiheit eintritt wäre das ein Fall für eine schulmedizinische Therapie.

.Beginnend unter der Helixfalte wird nunmehr die Scaphafläche auf Narben untersucht. (bei Frauen denke man an die Dammrissnarbe (ein sehr häufiger Störpunkt!); bei “Beschnittenen“ an die Penisnarbe).

Ergebnis : der zuletzt, bei reduziertem Potentiometer gefundene Punkt ist der Hauptstörpunkt . Dieser entspricht dem Hauptstörpol am Körper. Bei Narben suchen wir mit dem Detektor auf der Narbe den Störpol-Punkt und setzen hier eine – tiefe – Procain-Injektion (Unterspritzen reicht meistens nicht aus)..

 Komplikationen :

Hinweispunkte : bei Potentiometer O zeigen immer noch 2 oder gar 3 Punkte an.       

 In einem solchen Fall können die Plexus in der Concha als Hinweispunkte hilfreich sein (Plexus pulmonalis; Pl. solaris; Pl. hypogastricus; Pl. pudentalis). Zeigt hier ein Plexus voll an, dann entspricht der segmental zugehörige Störpunkt dem Hauptstörpol.

 

Ein weiteres Problem sind die Nasennebenhöhlen (NNH), die weitaus das größte Störpotential ausweisen. Leider kommen wir an die Sinus mit der Spritze nicht heran. Die Kieferhöhlen müssen wir dem HNO-Kollegen  überlassen, mit der Bitte, diese mit 2%igem Procain / Lidocain oder Bupovicain 0,5 zu instillieren (plus Tettracortril-Emulsion jnd Hyaluronidase = „Kasseler Plombe“).  Der Erfolg rechtfertigt den Aufwand immer wieder !

Sitzt der Störpol in den Sinus frontales oder ethmoidales, bleiben uns kaum noch Möglichkeiten. Ein Versuch an den Ns.frontalis Injektionen zu setzen, ist angezeigt,

jedoch wenig aussichtsreich. Hier fehlt es an einem technischen, praktikablen Gerät !

 

Bleibt noch der Kiefer mit den Zähnen .

Über die Ohrregion können wir nur die Kieferzugehörigkeit der Zähne ersehen und – wie auch bei allen anderen Störpunkten  - die Körperseite auf der der Störpol liegt  Der störende Zahn muss einzeln aufgesucht werden. Hierzu wird der Taster des Detektors mit einem Fingerling überzogen und die Zähne werden lingual und buccal überprüft.

Wird ein Zahn als Störpol erkannt und durch eine Probe-Injektion bestätigt, muss dieser extrahiert werden – und wenn er  im Rö-Bild noch so gesund aussieht -  und der Zahnarzt sich noch so querlegt. Daher sehr genau identifizieren ! Hinterher kommt immer das große Staunen.

 

Abschließend noch drei Hinweise :

1.  Die oben beschriebene „Reihenfolge“ bei der  Diagnostik gilt besonders für die Therapie. Wenn man nämlich zuerst einen Nebenstörpol behandelt, kann es zu einer akuten Verschlimmerung des bestehenden Krankheitsbildes kommen (sog. Zweitschlag). Das heißt,, immer zuerst den  bland-entzündlichen Störpol (NNH; Kiefer; Tonsillen) injizieren bzw. instillieren, dann erst Narben und andere Störpole.

2.  Wenn sich einmal bei einem sicher diagnostizierten Störpol  kein Huneke-Phänomen auslösen lässt, liegt vermutlich eine  Immun-Suppression  durch ein Cortico-Steroid oder

Antiphlogistikum vor.

3. bei der Therapie von Depressionen kann es vorübergehend zu einer Überreaktion auf die manische Seite kommen.. Der Zustand reguliert sich jedoch nach ein paar Stunden von selbst.

 

 Die Bezugspunkte am Ohr

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Warum dieses Thema ?

Die Störfeld–Theorie der 50 iger Jahre ist  mangels effizienter Diagnostik überwiegend in Vergessenheit geraten. Jüngeren Kollegen/innen ist der Begriff Störfeld gar weitgehend unbekannt. Aber die Neuraltherapie hat inzwischen Fortschritte gemacht  und, wie oben beschrieben, über die somatotopische Ohr-Diagnostik eine recht stabile Störfeld-Diagnostik aufgebaut. Zudem ist durch die neueren Erkenntnisse bezüglich der Nasennebenhöhlen das Reservoir an Störfeldern um ein vielfaches größer geworden. Es ist an der Zeit, diese Möglichkeit auf breiter Basis zu nutzen – zum Wohle unserer Patienten.

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Literatur :

M. Dosch „Bildatlas zur Technik der Neuraltherapie….“                   Anschrift des Verfassers

Haug – Verlag – wird empfohlen.                                                           Dr.med.F.C.Hundhausen

                                                                                                          Im Weidengarten 7

F.C.Hundhausen : „Die neue Krankheitstheorie“;                             34 130  Kassel

Books on Demand /Norderstedt  (Taschenbuch € 13.-)                            Tel.: 0561-66674

             Fax :   0561-6028931

     E- mail . mac@drhundhausen.de

Wer den RAC erlernen möchte :                                     

Beate Strittmatter : „Taschenatlas Ohrakupunktur“

MVS-Medizin-Verlag; Stuttgart (Hippokrates)           

 

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